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Teil 5: Ein mickeriges Kerlchen!

 

Und was würde Mutter heute Abend essen? Bruno mochte gar nicht daran denken, dass sie immer noch hungrig in ihrem Bett lag. Dieses Mädchen in der roten Hose hatte Schuld, dass er hier saß. Er hatte doch eigentlich nichts gemacht, sondern nur seinen Befehlen gehorcht. Genau wie immer. Aber dieses Mal war alles schief gelaufen. Wirklich alles. Hatte Bruno, der sowieso lieber längst in der U-Bahn gesessen hätte, um zu seiner Mutter zu fahren und ihr die Königsberger Klopse zu kochen, denn ahnen können, dass dieses junge Mädchen eine Polizistin war, eine Karatekämpferin mit schwarzem Gürtel noch dazu? Statt schreiend wegzulaufen, war sie stehen geblieben, hatte seinen entblößten Unterkörper gemustert und die Nase gerümpft.

„Meine Güte, Alter, was ist denn das für ein mickeriges Kerlchen!“, hatte sie gelacht und einen Schritt auf ihn zu gemacht, „habt ihr Gott verdammten Exhibitionisten nichts Besseres anzubieten? Das ist ja lächerlich!“ Statt wegzulaufen, hatte sie ihn bis zum jüdischen Ehrenmal verfolgt, ihm dann die Arme nach hinten verdreht und Handschellen angelegt.  Und was sagte Waloschke dazu? Gar nichts. Der war einfach verschwunden. Und das war das einzig Gute an der ganzen Sache.

 

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